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Energiesammelgesetz - Nacht- und Nebelaktion gegen Sonnenenergie?

Wenn die Bundesregierung zum 01.01.2019 die Vergütung von Aufdach-Photovoltaikanlagen zwischen 40 und 750 kW um 20 Prozent und den Mieterstrom-Zuschlag damit um bis zu 60 Prozent senkt, werden Vertrauensschutz und Investitionssicherheit mit Füßen getreten. Die Kürzung würde den Photovoltaik-Ausbau abrupt erlahmen lassen und viele Projekte auf Jahre oder dauerhaft blockieren.

Das Energiesammelgesetz ist ein weiterer herber Schlag gegen die dezentrale Energiewende und insbesondere gegen Akteure der Bürgerenergie wie die Olegeno (Oldenburger Energie-Genossenschaft eG). Die zu niedrigen Ausbauziele bieten keine langfristige Planungssicherheit und die Kürzungen bei der Photovoltaik gefährden deutschlandweit kurzfristig unzählige Projekte.

Die Olegeno eG hat als städtisch verankerte Bürgerenergie-Genossenschaft ihre Projektplanungen in der Vergangheit auf Dachanlagen fokussiert, obwohl diese aufwändig in der Projektierung sind und wirtschaftlich wenig Gewinn versprechen. Warum? Dachanlagen benötigen keine zusätzlichen Flächen und nehmen die öffentlichen Netze oft kaum in Anspruch. Sie sind ein wertvoller Baustein der Energiewende. Investitionen sollten hier für die Erreichung der Klima-Ziele ausgebaut statt gekürzt werden. Solche Anlagen sind insbesondere eine Domäne der Bürgerenergie, denn diese Projekte bieten den beteiligten Bürgerinnen und Bürger eine Möglichkeit zur Identifikation mit der Energiewende in Oldenburg und Umgebung.

Nach Jahren des Stillstands und des Verlustes zehntausender Jobs ist die Solarbranche 2018 wieder langsam in Fahrt gekommen. Dass dieser zarte Hoffnungsschimmer nun mit einem Schlag wieder vernichtet werden soll, ist höchst unverständlich. Von einer Überförderung kann überhaupt keine Rede sein. Die Photovoltaik musste in den letzten Monaten schon eine Vergütungsabsenkung von einem Prozent pro Monat hinnehmen. Zwar gab es in den vergangenen Monaten eine Senkung der Einkaufspreise bei den Solarmodulen, dies erleichtert solche Projekte jedoch nur unwesentlich. Der Großteil der Investitionskosten übersetzt sich heute bereits in lokale Wertschöpfung für unsere Region durch die Montage der Anlagen und die Integration in die Gebäudetechnik. Zudem steigen andere Kosten, wie zum Beispiel durch den gesetzlich vorgeschriebenen Smart Meter Rollout.

Mit dem extrem kurzfristig öffentlich gewordenen umfangreichen Gesetzesentwurf sollten wir offenbar nicht nur überrascht, sondern überrumpelt werden. Das ist einer Demokratie unwürdig. Diese Förderkürzung darf so nicht umgesetzt werden.

Wir schließen uns des Weiteren den ausführlichen Stellungnahmen unseres Bundesverbandes Bündnis Bürgerenergie und beispielhaft unserer befreundeten Genossenschaft Die Energiegewinner eG aus Köln an:

Olegeno kann Kritik an Strompreispolitik der EWE nachvollziehen

In ihrer Pressemitteilung vom 9.12.2017 kritisiert die Gruppe Die Linke/Piratenpartei im Rat der Stadt Oldenburg die von der EWE angekündigten Änderungen in der Tarifstruktur der Stromgrundversorgung. Die EWE hatte angekündigt, die monatlichen Grundpreise in der Grundversorgung um über 22% anzuheben (Nordwest-Zeitung vom 8.12.2017). Die Änderung benachteilige „kleine Haushalte mit geringem Stromverbrauch, in denen oft einkommensschwache Menschen wohnen.“

Die Olegeno Oldenburger Energie-Genossenschaft eG teilt diese Einschätzung und sieht sich damit in der Gestaltung der Tarifstruktur ihres Olegeno Bürger-Ökostroms bestätigt. „Wir halten unsere Grundgebühr bis Ende 2018 konstant bei 8,90 Euro - ohne lange Vertragsbindung mit der Möglichkeit der monatlichen Kündigung.“ versichert Olegeno Vorstand Dr. Christian Lautermann. Er empfiehlt betroffenen EWE-Kunden den Vergleich unter http://www.olegeno.de/strom: „Für eine Reihe kleiner Haushalte sind wir als Ökostrom-Anbieter günstiger.“ ist sich Lautermann sicher.

Auch die Olegeno muss sich bei der Preisgestaltung des Bürger-Ökostroms mit Veränderungen in den Netzkosten auseinandersetzen. „Wir haben uns bewusst dazu entschieden, den Grundpreis so niedrig wie möglich zu halten und einen Teil auf den Arbeitspreis umgelegt.“ erklärt Lautermann und ergänzt: „Wir möchten die Tarifgestaltung unserer Mitbewerber nicht kommentieren, sehen aber in der Grundversorgung ein besonderes Privileg, dass mit sozialer Verantwortung verbunden ist.“

Der Olegeno geht es aber nicht darum billiger zu sein. „Ich halte nicht viel davon über Preise zu reden, ohne gleichzeitig über die Strom-Qualität und die Emissionen klimaschädlicher Gase zu reden.“ ergänzt Christian Lautermann. „Unser Bürger-Ökostrom ist zu 100% aus erneuerbaren Quellen aus Deutschland. Ein wachsender Teil dieser Anlagen befindet sich, wie auch unsere Genossenschaft, in der Hand von Bürgerinnen und Bürgern. Wie will man das mit dem schmutzigen Kohle- und Atom-Strom der großen Energie-Konzerne vergleichen?“

In ihrem Tarif „Olegeno Bürger-Ökostrom Gewerbe“ konnte die Olegeno den Netto-Arbeitspreis zum Jahr 2018 auf 21,99 ct pro kWh reduzieren. In allen anderen Tarifen bleiben die Preise im Jahr 2018 konstant.

 

Olegeno eG:

Die Olegeno Oldenburger Energie-Genossenschaft eG setzt sich im Namen ihrer über 300 Mitglieder für eine zukunftsfähige Energiekultur in Oldenburg und Umgebung ein. Sie plant die Errichtung von Photovoltaik-Anlagen und versorgt ihre Kunden mit Bürger-Ökostrom im bundesweiten Genossenschaftsverbund der Bürgerwerke eG und engagiert sich im lokalen Klimaschutzbündnis „Klima-Allianz Oldenburg“.

 

Kontakt:

Sebastian Specht, 0163-6939966, specht@olegeno.de

 

Weitere Informationen:

Olegeno: http://www.olegeno.de
Olegeno Bürger Ökostrom: http://www.olegeno.de/strom
Olegeno Presseportal: http://www.olegeno.de/presse/

 

Bürgerwerke eG Presseportal: https://buergerwerke.de/presse/

 

Berichterstattung der NWZ:
https://www.nwzonline.de/wirtschaft/weser-ems/oldenburg-anpassung-ab-1-februar-2018-ewe-senkt-strompreis_a_50,0,1322681126.html (09.12.2017)

Kritik der Gruppe Die Linke/Piratenpartei im Rat der Stadt Oldenburg:
https://www.nwzonline.de/oldenburg/wirtschaft/oldenburg-kritik-an_a_50,0,1434850318.html (11.12.2017)

 

Klimapolitik: Warten auf Godot?

Liebe Olegeno-Mitglieder,
liebe Kundinnen und Kunden,
liebe Freundinnen und Freunde,

Nachdem Umwelt- und Klimafragen in den Wahlkämpfen der letzten Monate keine große Rolle spielten, geben auch die Sondierungsgespräche im Bund keinerlei Anlass zu übertriebener energiepolitischer Hoffnung. Unter einer Reihe trüber Vorzeichen beginnt nun in Bonn die 23. UN-Klimakonferenz. Hoffen wir, dass die Anreise der deutschen Delegation mit der Bahn nicht das ambitionierteste Signal bleibt.

Ich gebe es zu: Der letzte Satz war etwas zynisch. Zynismus hilft jedoch nicht bei der Beantwortung der anstehenden Fragen. Wir als Olegeno haben daher ein paar Ideen und Termine zusammengestellt, die mir und Ihnen sicher etwas Hoffnung machen.

Als erste Sofort-Maßnahme empfehle ich Ihnen am Freitag, dem 8. November, den Besuch der Laternen-Demo „Wir leuchten fürs Klima!“. Um 17:30 Uhr geht es auf dem Julius-Mosen-Platz los und endet mit einem gemeinsamen Picknick. Wir werden mit Olegeno-Laternen und Picknick-Utensilien dabei sein und mit gleichgesinnten Oldenbürger_innen die Frage stellen: Wann geht Oldenburg ein Licht auf?

Power To ChangeAuch der Kinofilm „Power To Change!“ wird Sie motivieren und den energiepolitischen Blues vertreiben. Auf Einladung der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg werden wir am Mittwoch, dem 15. November, ab 18 Uhr im Rahmen der Filmvorführung im Cine k bei Finger-Food und Getränken die Olegeno vorstellen. Schicken Sie zur Anmeldung einfach eine kurze Mail an arp@kirche-oldenburg.de oder geben Sie mir Bescheid.

Den größeren gesellschaftlichen Rahmen nimmt unser Aufsichtsrat Dr. Ulrich Schachtschneider am 28. November in den Blick. Im Rahmen der Klima-Allianz-Oldenburg und der Ringvorlesung „Energie- und Verkehrswende“ stellt er sein Konzept eines Ökologischen Grundeinkommens zur Diskussion.

Neu auf unserer Website: Das Thema Mini-PV. Studierende der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg haben sich für uns mit den kleinen Solar-Kraftwerken für den Balkon beschäftigt. Herausgekommen ist eine Info-Broschüre und ein kleiner Animationsfilm als Appetit-Happen zum Thema. Das eigens dafür komponierte Olegeno-Thema müssen Sie sich unbedingt anhören...

Interkulturelle Elektronik

Auch aus unserer Bürgerwerke-Gemeinschaft gibt es Neuigkeiten, die hoffnungsvoll stimmen: Auf der Basis von inzwischen 71 Mitgliedsgenossenschaften, immer mehr zufriedenen Strom-Kunden und tollen Auszeichnungen (zuletzt gab es ein sehr gut von Öko-Test und das Grünstrom-Label der Umweltverbände) setzen die Bürgerwerke mit einer Wachstumsfinanzierung zum Sprung an. Machen Sie mit und investieren Sie bei der Crowdfunding-Aktion 500 € oder mehr in die Bürgerwerke. Lassen Sie uns gemeinsam eine erneuerbare, dezentrale und demokratische Energieversorgung „von unten“ aufbauen. Schauen Sie sich das großartige Video an, in dem auch Olegeno Mitglied und Bürger-Ökostrom Kundin Claudia Kemfert zu Wort kommt.

Crowdfunding Video 

Ob Reformation, Rebellion oder Revolution: Unsere Gesellschaft braucht auch jenseits der Wahlen immer wieder Impulse von uns Bürgerinnen und Bürgern. Daher möchten wir Sie zum Schluss noch bitten, das Generationen-Manifest zu unterstützen.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Sebastian Specht
im Namen von Team und Vorstand der Olegeno

P.S. Menschen wie unsere Bürger-Ökostrom Kundin Stefanie Coors sind für uns als Genossenschaft ein Grund zur Hoffnung. Sieht bezieht Ihren Bürger-Strom aus erneuerbaren Quellen und bringt damit unsere Genossenschaft hier in Oldenburg voran.

Stefanie Coors von Veggiemaid

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